ToolTime Boardtuning
- Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 28. Februar 2012 08:09
Pimp your Board...
It’s Tooltime, Freunde der Heimarbeit!
Es ist mal wieder so weit: Die ersten Flocken sind gefallen. Unser Herz droht - im Takt der Ratschen - vor Aufregung fast zu zerplatzen und wenn man die vollständige Symbiose mit seinem Brett eingegangen ist, stellt man fest: ”WOW, das ist es, genau das!” Alles scheint nur noch einem zu dienen, ein Hauch von Freiheit macht sich breit… Und während man die ersten Meter über den knirschenden Schnee rutscht, kommt einem das Gedanke; ”Verdammte Scheiße, es geht nicht vorwärts!” So wird innerhalb weniger Sekunden der Traum zum Alptraum.
Um das zu vermeiden, folgen mal ein paar Dinge, wie ihr Euer Arbeitsgerät richtig pflegen lernt.
Als erstes möchte ich dazu sagen, dass man, trotz all der unvermeidbaren Kratzer und Schläge, sein Baby immer gewissenhaft behandeln sollte. Nicht einfach hinklingeln, hinlegen! Passt beim Abstellen auf, dass es nicht umfallen kann, eine Stahlkante verzeiht nicht alles! Achtet sorgfältig darauf, ob Ihr schwerere Belags- oder Seitenwangenschäden davon getragen habt, die ein eventuelles Eindringen von Feuchtigkeit verursachen. Ich muss wohl niemanden erklären was passiert, wenn Holz nass wird. Was häufig in Vergessenheit gerät, ist die Sommerpflege - aber dazu später mehr. Alles in allem liegt es im Interesse eines jeden Einzelnen, wie wichtig Ihm sein Material ist, also passt einfach ein bisschen auf Euer Zeug auf. Falls dann doch mal größere Probleme wie Kantenbruch oder ähnlich schwerwiegende Verstümmelungen auftreten, solltest Du den Händler Deines Vertrauens konsultieren. Als zweites möchte ich erwähnen, dass die nötigen Arbeitsmaterialien natürlich ihren Preis haben, aber auf Dauer leisten sie ihren Dienst und wie überall, gibt es auch hier preisgünstige Alternativen, die man nutzen kann.
Schritt 1 - Arbeitsgeräte:

Um ein Brett heiß zu wachsen, braucht man natürlichen ein….? “Bügeleisen“. Es gibt sehr spezielle für diesen Bereich, die aus zwei getrennten Hitzefeldern bestehen. Das im vorderen Bereich gibt vermehrt Wärme ab, um das Wachs besser in den Belag einzuschmelzen und der hintere Teil besitzt mehrere eingestanzte Kanälchen, die das Wachs optimal verteilen. Da diese Geräte aber sehr teuer sind, tut es ein Handelsübliches oder ein Altes von Mutti auch. Wichtig: Verwendet nur solche mit durchgängigen Heizflächen, keine mit Dampfvorrichtung, sonst habt ihr es in kürzester Zeit ruiniert.
Beim Wachs solltet Ihr darauf achten, in welchen Gefilden Ihr fahren geht. Es gibt mittlerweile unzählig viele Wachssorten, oftmals sehr spezifisch für jede Art von Bedingungen und Beläge. Letztendlich ist man mit einem Universalwachs (+15° bis-15°) immer am besten beraten, da niemand wirklich sicher sein kann, was ihn erwartet. Die Kosten für ein qualitatives Wachs belaufen sich zwischen 15 und 30 Euro.
Abziehklingen sind ebenfalls in allen erdenklichen Formen und Werkstoffen erhältlich. Aus Erfahrung bevorzuge ich Klingen aus Kunststoff oder Plexiglas, die sind einfacher zu Händeln und schonen die Beläge. Natürlich geht auch Metall, doch hierbei solltet Ihr beachten, dass sie nicht breiter als 15 cm sind und nicht zu steif im Flex. Denn die meisten Bretter besitzen eine leichte Concave (seitliche Wölbung),in die sich eine starre Metallklinge nur schlecht anschmiegen lässt
Die Bürste, welche in der letzten Phase des Tunings zum Einsatz kommt, hat, wenn man eine speziell dafür hergestellte kauft, einen unverschämt hohen Preis. Dies rührt aus verschiedenen Härtegraden und Anordnung der Borsten. Zusätzlich dazu sind im Mittelbereich feine Messingdrähte eingefasst, welche das Einpolieren des Wachses verbessern. Wer nicht das nötige Kleingeld dafür aufbringen kann oder möchte, sollte sich eine Handbürste mit mittelharten Kunststoffborsten besorgen, die tut’s auch.
Die größte Investition stellt wohl das Handschleifgerät dar, doch kann man dies als einmalige Ausgabe ansehen. Man muss lediglich alle paar Jahre eine neue Kantenfeile kaufen. Wichtig ist ,dass eine Einstellung verschiedener Winkel vorhanden ist. Ansonsten ist Hersteller oder Fabrikat in der Regel egal. Es lohnt sich auf jeden Fall Preisvergleiche zu machen. Der liegt zwischen 50 und 100 Euro. Schaut einfach welche Möglichkeiten Euch offen stehen und versucht etwas daraus zu machen.
Euer Brett wird es Euch danken.
Schritt 2 - Erkennen der Notwendigkeit:

Wie im Bild deutlich zu sehen, kann man in fast allen Fällen Wachsmangel mit dem bloßen Auge erkennen. Die ersten Symptome bilden sich direkt im Kantenbereich, da dieser permanent beansprucht wird. Sie zeichnen sich durch verblasstes, milchiges Aussehen und/oder das Herausstehen vieler kleiner Fasern, dem entsprechend was für einen Belag der jenige Patient hat. Und da kommen wir zu einem Punkt, der geklärt sein sollte.
”Was hab ich denn nun für einen?” Prinzipiell gibt es zwei Arten von Belägen(Base),die harten, feinporigen und die weichen, grobporigen. Jeder hat Vor -und Nachteile, trotzdem ist beiden Aufmerksamkeit zu schenken. Zur Erklärung:
Extrudierte(harte) Bases haben eine hohe Dichte,sind deshalb sehr resistend gegen Steineinwirkung oder herumstehendes Metall, hingegen die Aufnahmefähigkeit für Wachs darunter leiden muss. Merke; Nimmt weniger Wachs auf, gibt weniger ab. In der Regel werden diese Beläge im unteren Preissegment und bei Parkbrettern verwendet.Hohe Lebensdauer, Widerstandsfähig und kommt auch mal ein paar Tage ohne Wachs aus. Möchte man allerdings nicht jedes zweite Wochenende auch beim dreiten Sprung auf dem Table zerschellen, weil der Anlauf nicht reicht,sollte eine gute Gleitfähigkeit Voraussetzung für einen perfekten Tag werden. Ein kleiner Wasserfilm ermöglicht uns über den Schnee zu rutschen,aber nur so lange wie ein wasserabweisendes Gegenstück existiert,in unserem Falle das Wachs.
Gesintered (weiche) Bases besitzen eine kleinere Dichte mit weitaus größeren Möglichkeiten Wachs zu speichern und wieder abzugeben, was sie durch eine hervorragende Gleitfähigkeit auszeichnet. An dieser Stelle macht es jedoch den Belag sehr anfällig auf Steine und benötigt einer intensiven Pflege. Wo viel Wachs hingeht, geht auch viel wieder weg.Ignoriert man dies, besteht die Gefahr der Austrocknung die im schlimmsten Falle zu Porosität führen kann.Deshalb ist hier besondere Aufmerksamkeit gefragt.Es soll nicht heisen das ihr nach jedem Run Euer Brett checken müsst,werft nur ab und zu mal einen Blick darauf. Fazit: Wachs brauchen sie Alle, wie der Mensch das Wasser.
Schritt 3 - Kantenschleifen:
Stahlkanten bestehen aus einem besonderen Edelstahl,der die Eigenschaften von Robustheit und Flexibilität vereint.Sie sind ständig einer hohen Belastung ausgesetzt, deshalb macht sich hier der Verschleiß als erstes bemerkbar.Hierbei bildet sich ein Grad der den Winkel der Kante nach außen hin deformiert, so das sie beim Kantensetzen nicht mehr richtig greift und das Brett förmlich über den Grad schmiert.Da Kanten immer in einem Winkel geschliffen werden,habt Ihr an Euerm Gerät eine Passende Einstellung dafür.

Mit einem Winkel von 89° ist man jeder zeit auf der sicheren Seite. Es gibt wenige Ausnahmen,wie Raceboards, die eine sehr starke Talierung aufweisen.Da sollte man sich vorher genauer erkundigen, welcher Winkel der richtige ist, sonst fährts nicht mehr so, wie es eigentlich soll.

Zieht kraftvoll in einem Ritt durch und wiederholt das mehrfach, je nach dem wie notwendig es ist. Spätestens jetzt seit vorsichtig mit den Fingern, sonst fließt Blut.
Schritt 4 - Wachsen:

Schließt Euer Bügeleisen an und und wartet eine halbe Minute bis es richtig heiß geworden ist.

Nehmt das Wachs in welcher Form auch immer,und tragt es gleichmäßig auf. Nicht zu wenig aba auch nicht zu viel, um so mehr müsst Ihr wieder abziehen.

Nun verteilt und schmelz das Wachs sauber auf dem Belag. Lasst Euch Zeit dabei und macht es gewissenhaft.
Nun gönnt Euch eine kleine Pause,gebt dem Wachs 10 minuten um richtig einzuziehen und auszuhärten.Jetzt kommt der unangenehme Teil der Arbeit.

Nehmt Eure Abziehklinge und zieht oder schiebt sie in einem steilen Winkel,solange bis Ihr jedes überflüssige Wachs entfernt habt.Versucht dies möglichst immer in eine Richtung zu tun.

Wichtig ist es auch die Kanten vom Wachs zu befreien.
Schritt 5 - Polieren:

Nehmt Eure Bürste, poliert den Belag gleichmäßig,mit Kraft und in beide Laufrichtungen, niemals quer zum Brett,schließlich möchtet ihr ja das Optimum rausholen.

Und siehe da,die Arbeit lohnt sich, ist nicht immer zeit dafür, doch hier und da ist es die Notwendigkeit seinem Baby und dem Geldbeutel etwas gutes zu tun.
Also in diesem Sinne, denn die Moral von der Geschicht, vergesst niemals euer Brettchen nicht.
Mit freundlichen Grüßen, TIM TAYLOR aka Aldi A
Achtung! Für Schäden an euren Boards übernehmen wir keine Haftung! Falls ihr Euch unsicher seid, schafft es lieber in den Shop eures Vertrauens und lasst es dort professionell machen.


